Die "S-Klasse"
Wichtig zu wissen!
Ja, es gibt noch Sopron-Hunde, die ein neues Zuhause suchen und wir möchten gerne helfen (mehr hier), wenn Interesse an einem "S-Klasse"-Hund besteht.
Das Allerwichtigeste sind ausreichende Information VOR einer Adoption! Wir möchten niemandem absprechen, ausreichend Hundeerfahrung und Einfühlungsvermögen zu haben, aber es ist wirklich ganz, ganz wichtig, daß man sich schon vorher über die möglichen Probleme bewußt wird. Diese Hunde haben nie ein "normales" Leben kennengelernt und es wäre fatal, wenn sie Opfer einer leichtfertigen Anschaffung würden und nicht in ihrem neuen Zuhause bleiben können. Es geht sehr viel um Ängste, Vertrauen und Sicherheit - und deshalb sollte es keinesfalls in Problemen und Chaos enden! Weder für Mensch noch für Hund!
Wir streben keine Vermittlungsrekorde an - wir möchten helfen, Hunde in ein artgerechtes Leben mit Option auf lebenslanges Bleiberecht zu vermitteln. Daher hier ein paar Hinweise, die bitte gut durchdacht werden sollten!
Es kann z.B. sein, daß ein Sopron-Hund:- anfangs nicht stubenrein ist
- Angst vor Menschen hat
- keine Spaziergänge kennt
- sehr ängstlich, schreckhaft oder sogar panisch reagiert
- keine Alltagsgeräusche gewohnt ist
- noch nie im Auto gefahren ist
- nicht spielen kann
- monatelang, vielleicht niemals frei laufen darf
- nie ein Hund für Agility o.ä. wird
- frühzeitig mit "Altersbeschwerden" (z.B. Arthrose) zu tun hat
Das wichtigste ist, keine zu hohen Erwartungen zu haben. Die Hunde sind alle unterschiedlich und haben das Erlebte auch unterschiedlich aufgenommen. Das ist sehr schwierig einzuschätzen und wird sich erst im Alltag zeigen. Manche Hunde wurden im Tierheim als extrem ängstlich eingestuft, haben sich aber in anderer Umgebung schneller als erwartet eingelebt. Bei anderen Hunden war es eher umgekehrt und sie haben die erste Zeit nur hinter dem Sofa verbracht. Viel Geduld, Zeit und Ruhe sind in jedem Fall nötig und ganz besonders hilfreich: ein souveräner Ersthund!!! Die Fortschritte sind bei ausnahmslos allen Sopron-Hunden ganz deutlich größer als bei den wenigen, die einzeln gehalten werden!
Zur Unterstützung haben sich Pheromone (Halsband, Zerstäuber), Schüsslersalze und Bachblüten bewährt.
Wichtig wäre ein gut gesicherter Garten, denn Spaziergänge sind anfangs je nach Wohnlage sehr stressig und sollten vielleicht auch nur schrittchenweise erarbeitet werden. Dafür ist ein gutsitzendes, sicheres Geschirr + Zusatzsicherung am Halsband und Adress-Marke o.ä. unbedingt ein Muß - egal wie kurz der Ausflug sein soll! Situationen, in denen ein Hund in Panik flüchtet, können immer passieren und wenn anfangs keinerlei Bindung besteht, sind die Chancen, den Hund kurzfristig wieder einfangen zu können, nicht sehr groß.
Mit gesundheitlichen Problemen muss man vielleicht früher als bei gesund aufgewachsenen Hunden rechnen, denn die schlechten Haltungsbedingungen haben auch auf Skelett und Bewegungsapparat gewirkt. Daher sollten die Hunde auch nicht zu schnell zu stark belastet werden. Was aber nicht heißt, daß man mit einem Sopron-Hund nicht auch (gemäßigt) Hundesport machen kann, wenn er es möchte. Alles, was das Selbstbewußtsein fördert und Spaß macht, ist toll für S-Klasse-Hunde! Dazu sei noch erwähnt: unsere Hunde, die laut einiger Lehrbücher unter diesen Bedingungen nicht zu füllende Defizite haben müßten, zeigen eine ungeheure Lernfähigkeit und Lernbegeisterung! Vorausgesetzt natürlich, sie können weitestgehend stressfrei und ohne Druck lernen.Das Verhalten dieser Hunde wird womöglich nie in allen Bereichen so sein, wie bei einem normal aufgewachsenen Hund. Jeder dieser Hunde wird sich unterschiedlich entwickeln. Jeder der Hunde wird irgendetwas können und dafür etwas anderes nicht so gut. Das wird man erst im Laufe der Zeit feststellen. Diese Hunde sind sehr scharfe Beobachter, sie können sehr gut "Mensch studieren" und reagieren auf alle möglichen Feinheiten. Das wiederum erfordert von uns Menschen Einfühlungsvermögen und im Gegenzug "Hund studieren" - diese Tiere brauchen unsere Hilfe und kein Mitleid! (Übrigens hat sich neben der nötigen Lockerheit im Umgang mit solch ängstlichen Hunden auch eine gesunde Portion Albernheit bewährt
) Wer bereit ist, das auf sich zu nehmen, wird belohnt mit den Fortschritten und kann sehen wie aus einem Häufchen Elend ein glücklicher Hund wird!

Nanook und Lupa: zusammen geht alles viel leichter!